Überblick: Landwirtschaft Südafrikas

Südafrika verfügt über sehr großes Potential im Agrarsektor. Klimatisch ist der Anbau nahezu aller bekannten Acker- und Sonderkulturen möglich.

Das Ende der Apartheid bedeutete für die Landwirtschaft große Umstrukturierungen. Trotzdem existiert immer noch eine Doppelstruktur zwischen kapitalintensiver Landwirtschaft einerseits und einer kleinbäuerlich geprägten Subsistenzwirtschaft andererseits.

Bei einer Gesamtfläche von 1,22 Mio. km², stehen insgesamt 167.300 km² für den landwirtschaftlichen Anbau geeigneter Nutzfläche zur Verfügung. Dies entspricht in etwa 13,7 Prozent der Landesfläche (zum Vergleich: Deutschland 33,13 Prozent). 

Bewässeurngsanlage auf einem Feld Bild vergrößern Bewässerungsanlage auf einem Feld (© picture-alliance/dpa) Der Landwirtschaftssektor hatte im Jahr 2010 einen Anteil von 2,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt Südafrikas. Im ersten Quartal 2011 waren etwa 603.000 Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, was einem Anteil von 3,76 Prozent an den Gesamtbeschäftigten entspricht. Zu der Zahl der in der Landwirtschaft formell Beschäftigten kommen schätzungsweise 1,3 Mio. Kleinbauern und eine unbekannte Zahl von informell in der Landwirtschaft Tätigen hinzu.

Da Südafrika trotz seiner Wasserarmut sehr gute klimatische Verhältnisse bietet, sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse recht vielfältig. So werden insbesondere Mais, Zuckerrohr, Tafeltrauben, Äpfel, Bananen, Kartoffeln, Tomaten, Kürbisse, Orangen und Grapefruits angebaut. Auch die Viehwirtschaft spielt eine bedeutende Rolle, besonders Geflügel- und Rindfleisch dominieren hier. Der Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produkte betrug in 2010 rund ZAR 128,58 Mrd. (EUR 13,44 Mrd.).

Der landwirtschaftliche Handel zwischen Deutschland und Südafrika ist recht ausgeprägt. Deutschland importierte im Jahr 2010 landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Südafrika im Wert von etwa EUR 216,9 Mio., dabei vor allem Weintrauben, Orangen und Macadamia-Nüsse. Im internationalen Vergleich ist Deutschland damit der fünftgrößte Importeuer von Produkten der südafrikanischen Landwirtschaft. Auch beim Export der deutschen Landwirtschaft ist Südafrika ein wichtiger Handelspartner. So wurden im Jahr 2010 Agrarprodukte im Gesamtwert von EUR 112,6 Mio. nach Südafrika exportiert. Größten Anteil hatten daran Schweinefleisch, Getreide und Sojabohnenöl.

Kohl Bild vergrößern (© picture-alliance/ dpa) In den vergangenen zehn Jahren hat sich Südafrika zudem zu einem der weltweit wichtigsten Weinanbaugebiete entwickelt. Auf insgesamt 1.010 km² produzieren etwa 4.000 Weinproduzenten und 560 Kellereien, die meisten in der Region um Kapstadt. Nach Großbritannien ist Deutschland mit rund 70 Mio. Liter im Jahr 2010 der größte Importeur südafrikanischen Weins.

Trotz aller positiven Entwicklung ist Südafrika allerdings stark vom Klimawandel betroffen und in der Kapregion werden beispielweise kaum noch neue Obstplantagen angelegt. Dennoch ist der Agrarsektor der leistungsstärkste aller Staaten Afrikas südlich der Sahara.

Besonders im ländlichen Raum spielt der Agrarsektor weiterhin eine wichtige Rolle hinsichtlich generierter Wertschöpfung und Beschäftigung.

© Deutsche Botschaft Pretoria

11. Juli 2011

Überblick: Landwirtschaft Südafrikas

Länderprofil Südafrika - Agrarsektor

Die GFA Consulting Group hat im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eine Studie zum Agrarsektor Südafrikas erstellt.

Die deutsche Landwirtschaft - Leistungen in Daten und Fakten

Übersicht des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zur Leistung der deutschen Landwirtschaft.