Automobilsektor Südafrikas

Die Automobilbranche Südafrikas zählt mit etwa 36.000 Arbeitsplätzen und einem BIP-Anteil von rund 7,3% zu den wichtigsten Industrien des Landes. Viele der großen Fahrzeughersteller sind in Südafrika mit eigener Produktion vertreten, in deren Zug sich auch ein breites Netz von Zulieferbetrieben im Land angesiedelt hat. Von deutscher Seite sind insbesondere Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und MAN seit mehreren Jahrzehnten in Südafrika niedergelassen.

Fahrzeugproduktion bei BMW Bild vergrößern (© picture-alliance/dpa)

Volkswagen ist bereits seit 1951 mit einem eigenen Werk in Uitenhage im Land vertreten und beschäftigt heute fast 6.000 Menschen. Von den etwa 120.000 produzierten Fahrzeugen pro Jahr werden rund 40.000 in andere afrikanische Länder exportiert. Im PKW-Segment hat der VW Konzern in Südafrika einen Marktanteil von rund 22,1%.

Mercedes-Benz ist seit 1954 in Südafrika ansässig und fertigt unter anderem die C-Klasse in East London, Eastern Cape. Insgesamt hat Mercedes-Benz im Jahr 2010 in Südafrika 55.900 Fahrzeuge produziert. Auf dem örtlichen Markt konnte das Unternehmen im gleichen Jahr 25.400 PKW und 6.100 LKW verkaufen.

Die 5.000 Angestellten von BMW in Südafrika produzieren etwa 55.000 Fahrzeuge pro Jahr. Das 1968 gegründete Werk in Rosslyn hat mittlerweile mehr als 300.000 Fahrzeuge der aktuellen 3er-Serie hergestellt und spielt auch bei Fahrzeug-Ausstattung eine wichtige Rolle.

MAN ist ebenfalls seit 1968 mit einem Werk in Südafrika präsent und konnte sich seitdem gut am Markt positionieren. Das Unternehmen unterhält heute zwei Werke und ein Ersatzteildepot. Die 393 Angestellten produzieren rund 2500 Fahrzeuge pro Jahr, die fast vollständig auf den Märkten des südlichen Afrikas abgesetzt werden.

Fahrzeugproduktion Bild vergrößern (© MBSA)

Hinzu kommen zahlreiche deutsche Mittelständler, die ebenfalls am Kap produzieren und einen bedeutenden Anteil am Wachstum und dem Output der südafrikanischen Automobilindustrie haben.

Das Jahr 2010 war für die südafrikanische Automobilindustrie ein Jahr des Aufschwungs. Nach einem massiven Einbruch der Stückzahlen im vorangegangenen Jahr wurde für 2010 ein Anstieg von 24,7% auf 492.956 Einheiten verzeichnet. Auch die Exporte konnten mit etwa 239.000 Fahrzeugen ein Wachstum verzeichnen. Für 2011 wird das Überschreiten der 300.000er Marke prognostiziert. 

Die Industrie scheint die gute Situation der Branche zu erkennen, da fast alle ortsansässigen Fahrzeughersteller Investitionen für die nahe Zukunft planen (zusammen etwa EUR 1,5 Mrd.). Südafrika ist für Hersteller einerseits als Produktionsort und Absatzmarkt interessant und kann sich andererseits mit seiner Rolle als Sprungbrett zu anderen Märkten Afrikas profilieren. Mit einem Anteil von über 60% wird jedoch der Großteil der exportierten Fahrzeuge in die USA und die EU-Staaten transportiert.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt die Industrie durch die Regierung Südafrikas, die die Branche durch das Motor Industry Development Programme (MIDP) fördert. Der Nachfolger des MIDP, das Automotive Production and Development Programme (APDP), wird 2013 in Kraft treten.

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